Herausgeber: Wolfgang Ruppert
Preis: 2,50 €
Inhalt:
Um 1968 vollzog sich ein gravierender Wandel in der Ausstattung von Wohnräumen.
Dies war keineswegs nur Ausdruck der Studentenbewegung, der politisch wahrgenommenen
Opposition gegen das "Establishment" und deren symbolische Formen. Vielmehr sind in
den sechziger Jahren weiterreichende zivilisationsgeschichtliche Wandlungen im Verhältnis
der Menschen zu ihrer Umwelt festzustellen. Der Modernisierungsschub im Erlebnis des
Hörens (Stereoanlage), des Informations- und Erfahrungsgewinns mit dem mobilen Blick
in die Ferne (tragbare Fernseher), die Umdefinition von Körperzonen und die dafür
konzipierte Bekleidung einer neuen Beweglichkeit (Minikleid, Strumpfhose) ging zunächst
von Subkulturen aus, die mit dem Zeichenwert dieser Dinge zugleich ein distinktives
Selbstverständnis "des Zeitgemäßen" verbanden.
Ziel dieses Buches ist es, die historischen Kontexte einiger zentraler Leitobjekte
transparent zu machen, sie als Ausdruck der epochalen Konfiguration zu verstehen und sie
in ihrer längerfristigen zivilisationsgeschichtlichen Bedeutung zu bestimmen, sowie nach
den Auseinandersetzungen der Akteure um symbolische Ordnungen zu fragen. Die politische
Kontroverse stehen in diesem Konzept am Rande. Es sollen vielmehr vertiefte Einsichten
in den Entwicklungsstand der Moderne in den 60er Jahren ermöglicht werden. Der
vergleichende Blick zwischen Ost und West bringt Erkenntnisgewinn.