Kulturamt_Steglitz_Zehlendorf


Programm der Schwartzschen Villa     August   September   Oktober



Ausstellungen in der Schwartschen Villa

Grunewaldstraße 55, 12165 Berlin, Mo-So 10-18 Uhr, Eintritt frei

bis 26. August "Leben" - Qin Yufen

8. September bis 18. November "Antenna Diaries" - Jenny Michel

8. September bis 4. November "Shadow Writing (Algorithm / Quipu"



Rahmenprogramme

"Leben" - Qin Yufen

"Antenna Diaries" - Jenny Michel

"Shadow writing" - Lorenzo Sandoval



29. Juni bis 26.August

Leben

Qin Yufen

Einladung zur Eröffnung am Donnerstag, 28. Juni 2018 um 19 Uhr

Abbildung_Cover_Einladung

Abbildung:
Qin Yufen: Leben I
Seide, Stacheldraht, Bambus, Klebeband
Ausstellungsansicht, Galerie Schwartzsche Villa, Berlin, 2018
Foto: Friedhelm Hoffmann



Qin Yufen Leben Qin Yufen zählt zu den führenden chinesischen Künstlerinnen ihrer Generation. Ihr bevorzugtes Medium sind meist großdimensionierte Rauminstallationen. Zu Qins charakteristischen Materialien, die ihr Werk unverkennbar machen, zählen Wäscheständer, Stacheldraht, Bambus, Stoff, teils arbeitet sie mit experimentellem Klang. Oft haben ihre Arbeiten politische und gesellschaftliche Bezüge, die allerdings nie plakativ erscheinen und sich erst in der Betrachtung und Reflexion entschlüsseln.

Während sich ihre früheren Arbeiten häufig - wie auch bei anderen Künstler*innen in der Diaspora zu beobachten - mit der kulturellen Vergangenheit Chinas und ihrer eigenen kulturellen Prägung und Identität auseinandersetzten, geht es ihr heute um Gegenwartsfragen, auch in globaler Dimension, und im Besonderen um die zunehmende Gewalt in Politik und Gesellschaft.

Für die Ausstellung "Leben" in der Schwartzschen Villa hat sie zwei neue raumgreifende Installationen konzipiert. Die Materialien Seide, Bambus und Stacheldraht haben einerseits Symbolkraft und sind andererseits reine Ästhetik.
Aktuell ist in Berlin im Hamburger Bahnhof eine weitere Arbeit der Künstlerin zu sehen, "Making Paradise".


RAHMENPROGRAMM

Donnerstag, 2. August, 17 Uhr
Ausstellungsführung mit der Kuratorin Dr. Brigitte Hausmann


Freitag, den 3. August 2018, 19 Uhr
Präsentation des Ausstellungskatalogs zu Qin Yufen "Leben"

Vortrag "Unbeachtete Ware Kunst"
Eine kurze Einführung in die Kommerzialisierung des Fremden von Lynhan Balatbat-Helbock



Ausstellung in der Galerie Schwartzsche Villa
Grunewaldstraße 55, 12165 Berlin

Montag-Sonntag 10-18 Uhr

Eintritt: frei




Abbildung Piktogramm Rollstuhl rollstuhlgerechter Zugang zu Öffnungszeiten der Galerie Mo-So 10-18 Uhr

Die Galerie ist Mitglied im Arbeitskreis Kommunale Galerien Berlin



Das Projekt wird gefördert aus Mitteln des Ausstellungsfonds für die Kommunalen Galerien der
Berliner Bezirke und des Bezirkskulturfonds

Veranstalter:
Kulturamt Steglitz-Zehlendorf



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8. September-18. November

Antenna Diaries

Jenny Michel


Einladung zur Eröffnung am Freitag, 7. September 2018 um 19 Uhr

Abbildung_Bild_mit_Titel_Utopia Scrabble

Utopia Scrabble
160 x 80 cm, 2018
Tiefdruckfarbe, Acrylleim auf Japanpapier
Fotografie: Yuki Jungesblut



Jenny Michels Werk, das Objekte, Zeichnungen, Fotoarbeiten, Sound umfasst und auch zusammenführt, basiert auf einer philosophischen bzw. erkenntnistheoretischen und auch wissenschaftshistorischen Herangehensweise. In Zeichnungen und Installationen verarbeitet sie oft palimpsestartig gegenwärtige und geschichtliche Modelle der Welt.

"Antenna Diaries", speziell konzipiert für die Ausstellung, verwandelt die beiden Galerieräume in einen "Kartenraum" und in einen "Legendenraum". In ersterem überziehen Drahtgeflechte in Clustern die Wände, versehen mit kartenartigen wissenschaftlichen Gebilden, Modelle utopischer Entwürfe, die einerseits als Antennen fungieren und andererseits auf der Soundebene miteinander verbunden sind. Die collagenartige Weiterführung im zweiten Raum geht assoziativ der Frage nach Utopien, aber auch Ballast der Vergangenheit, der gegenwärtiges Denken, Theorien und Ideologien prägt, nach.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog (dt./engl.).

Jenny Michel (geb. 1975, lebt in Berlin), zahlreiche Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen, u.a. 2017 Museum Wiesbaden, Museum König Bonn, 2015 Städtische Galerie Wolfsburg, Kunstwegenpaviljoen Zwolle, Kunstverein Ludwigshafen, 2014 Apexart New York, Kunsthalle Kiel, 2013 Kupferstichkabinett Berlin, 2012 Schirn Kunsthalle Frankfurt

RAHMENPROGRAMM

Konzert: Donnerstag, 13. September, 19 Uhr
++ Josepha Conrad & Jakob Dobers - Hello Antenna ++
Ein Abend über das Brizzeln in der Luft, Konzert und Performance

Vortrag : Mittwoch, 10. Oktober, 19 Uhr
++ Kunstdenken ++
In seinem freien Vortrag erörtert der Philosoph Marcus Steinweg das Verhältnis von Kunst und Philosophie.

Künstlerinnengespräch: Sonntag, 18. November, 14 Uhr
++ Künstlerinnengespräch und Katalogpräsentation ++
mit Dr. Andreas Schalhorn, Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz


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8. September bis 4. November

Shadow Writing (Algorithm / Quipu)

Lorenzo Sandoval


Einladung zur Eröffnung am Freitag, 7. September 2018 um 19 Uhr

Abbildung_Bild_mit_Titel_ Shadow Writing (Algorithm / Quipu)

Abbildung: Lorenzo Sandoval, Shadow Writing (Algorithm / Quipu) 2017


Einzelausstellung in der Schwartzschen Villa, kuratiert von Christine Nippe
Die Einzelausstellung von Lorenzo Sandoval kombiniert formal und konzeptionell zwei Elemente: den Ursprung der Algorithmen und die komplexe Knüpftechnik der Quipus aus der Zeit der Inkas. Dabei präsentiert er dreidimensionale Drucke islamischer Ornamente, die Aufzeichnungssysteme der Quipus sowie Videoinstallationen mit Experteninterviews im Atelier der Schwartzschen Villa und wirft damit Fragen zum anthropologischen Ursprung unserer Computertechnik auf. Ganz im Sinne von Marshall Mc Luhan befragt er dabei frühe Kulturtechniken als notwendige Hilfsmittel des heutigen Alltags und richtet unsere Aufmerksamkeit auf den Erfindungsreichtum früherer Kulturen.

Die erste Forschung nimmt ihren Ausgangspunkt in der Abbildung von Mu?ammad ibn M?s? al-Khw?rizm. Sein lateinischer Nachname (al-Khw?rizm) gab dem Algorithmus den Namen. Dieser muslimische Gelehrte der s. IX war der Erfinder einer großen Zahl von mathematischen Entdeckungen, wie Algebra. Ausgehend von seiner Figur wird untersucht, wie Mathematik eine transnationale Sprache war, die das gesamte Mittelmeer überspannte und verschiedene Denktraditionen verband. Darüber hinaus hatten sie einen großen Einfluss auf die ästhetische Konzeption des Islam in Bezug auf Architektur und Systeme der spirituellen Repräsentation in der Welt.

Der zweite Ausgangspunkt untersucht verschiedene Theorien, die den Inka-Quipus als ein System der Berechnung und des Schreibens vorschlagen. Quipus waren ein Aufzeichnungssystem, das von den Inkas benutzt wurde. Das Gerät bestand aus einer Reihe von Saiten, in denen es mit einem Knotensystem versehen war. Es gibt noch offene Diskussionen darüber, ob es sich nur um numerische oder poetische Aufzeichnungen handelt. Es wird auch diskutiert, ob das System binär oder dezimal war.

Das Projekt nimmt diese beiden Elemente als zwei Linien, die sich in der Erzählung verflechten, um die Ursprünge des Computers zu hinterfragen. Die formale Entwicklung des Projekts verbindet die ästhetischen Werkzeuge beider Denksysteme und interessiert sich für basale anthropologische Fragestellungen nach dem Ursprung von Rechensystemen.

Zur Ausstellung soll eine Publikation bei Archive Books erscheinen.

Lorenzo Sandoval ist Künstler, Kurator, Schriftsteller und selbsternannter Amateurarchitekt. Seine Arbeiten befragen Raum- und Machtverteilungen durch Plattformen und Begegnungen, die das'spatial storytelling' fördern.

Shadow Wrinting (Algoritmo/Quipu) ist das Gewinnerprojekt des V. Production Grant DKV Seguros – Álvarez Margaride, zusammen ermöglicht mit DKV Seguros und LABoral Centro de Arte Spanien.



RAHMENPROGRAMM

Mittwoch, 19. September 2018, 17 Uhr
Führung durch die Ausstellung mit Dr. Christine Nippe

9.10.-12.10.2018, 10-17 Uhr
Workshop zu peruanischen Textiltechniken




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