Monatsprogramme der Schwartzschen Villa     November   Dezember



Ausstellungen mit Rahmenprogrammen
in der Schwartschen Villa Grunewaldstraße 55, 12165 Berlin, Mo-So 10-18 Uhr, Eintritt frei

bis 18. November "Antenna Diaries" - Jenny Michel

18. November 2018 bis 10. März 2019
    "Kampf um Heut und Morgen - Bezirkliche Spurensuche zu 100 Jahre Frauenwahlrecht"


30. November 2018 bis 2. Februar 2019
    "According to blueprint" - Moira Zoitl







8. September-18. November

Antenna Diaries

Jenny Michel


Einladung zur Eröffnung am Freitag, 7. September 2018 um 19 Uhr

Abbildung_Bild_mit_Titel_Utopia Scrabble

Utopia Scrabble
160 x 80 cm, 2018
Tiefdruckfarbe, Acrylleim auf Japanpapier
Fotografie: Yuki Jungesblut



Jenny Michels Werk, das Objekte, Zeichnungen, Fotoarbeiten, Sound umfasst und auch zusammenführt, basiert auf einer philosophischen bzw. erkenntnistheoretischen und auch wissenschaftshistorischen Herangehensweise. In Zeichnungen und Installationen verarbeitet sie oft palimpsestartig gegenwärtige und geschichtliche Modelle der Welt.

"Antenna Diaries", speziell konzipiert für die Ausstellung, verwandelt die beiden Galerieräume in einen "Kartenraum" und in einen "Legendenraum". In ersterem überziehen Drahtgeflechte in Clustern die Wände, versehen mit kartenartigen wissenschaftlichen Gebilden, Modelle utopischer Entwürfe, die einerseits als Antennen fungieren und andererseits auf der Soundebene miteinander verbunden sind. Die collagenartige Weiterführung im zweiten Raum geht assoziativ der Frage nach Utopien, aber auch Ballast der Vergangenheit, der gegenwärtiges Denken, Theorien und Ideologien prägt, nach.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog (dt./engl.).

Jenny Michel (geb. 1975, lebt in Berlin), zahlreiche Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen, u.a. 2017 Museum Wiesbaden, Museum König Bonn, 2015 Städtische Galerie Wolfsburg, Kunstwegenpaviljoen Zwolle, Kunstverein Ludwigshafen, 2014 Apexart New York, Kunsthalle Kiel, 2013 Kupferstichkabinett Berlin, 2012 Schirn Kunsthalle Frankfurt

RAHMENPROGRAMM

Vortrag : Mittwoch, 10. Oktober, 19 Uhr
++ Kunstdenken ++
In seinem freien Vortrag erörtert der Philosoph Marcus Steinweg das Verhältnis von Kunst und Philosophie.

Künstlerinnengespräch: Sonntag, 18. November, 14 Uhr
++ Künstlerinnengespräch und Katalogpräsentation ++
mit Dr. Andreas Schalhorn, Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz


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Sonntag, 18. November, 11 Uhr
Ausstellungseröffnung mit Musik
Einführung: Heike Stange und Claudia von Gélieu

18. November 2018 bis 10. März 2019
Schwartzsche Villa, Atelier g)
Mo-So 10-18 Uhr
(kein rollstuhlgerechter Zugan
Eintritt frei

24./25./26./31. Dezember 2018 und 1. Januar 2019 geschlossen

Einladung zur Ausstellungseröffnung



Die Werkstattausstellung präsentiert erste Ergebnisse einer Spurensuche im Bezirk Steglitz-Zehlendorf. Beispielhaft erzählt sie neun Biografien von Frauen, die für die politische und gesellschaftliche Gleichberechtigung von Frauen eintraten. Einzelne entstammen dem proletarischen, andere dem bürgerlichen Milieu, manche überschritten diese Grenzen. Oft ist nur wenig überliefert von den Frauen, doch Spuren verweisen auf umfangreiche Zusammenhänge des vielfältigen frauenpolitischen Engagements.

Geschenkt wurde den Frauen damals wie heute nichts. Der Titel der Ausstellung »Kampf um Heut und Morgen« beruht auf einem Gedicht der Sozialdemokratin Emma Döltz, die in Steglitz geboren wurde und in einem Armenhaus aufwuchs. Er spiegelt die kontinuierlichen Anstrengungen, die für die Gleichberechtigung der Frauen auf allen Gebieten, auch auf dem Gebiet der politischen Teilhabe, unternommen wurden und noch immer unternommen werden. Ging der Kampf damals um das aktive und passive Wahlrecht aller Frauen, so geht er heute um den gerechten Anteil von Frauen in den Parlamenten.

Die Einführung des Frauenwahlrechts fiel in die Zeit des revolutionären Umbruchs sowie der Bildung Groß-Berlins und der Bezirke Steglitz und Zehlendorf. Die weiblichen Bezirksverordneten der Weimarer Republik werden mit Namen, Berufen, Adressen und Parteizugehörigkeit aufgelistet und erstmals um die weiblichen Gemeindemitglieder ergänzt. Aufrufe an Wählerinnen, Wahlkampfveranstaltungen und Plakate wenden sich gezielt an Erstwählerinnen. Zeitungsbeiträge dokumentieren die Umbruchszeit und Debatten, die im Revolutionswinter 1918/1919 interessierten. Zeitgenössische Publikationen von Frauen präsentieren ein breites Spektrum des historischen Frauenengagements. Die Ausstellung lädt ein, einen Blick auf das Leben bemerkenswerter Frauen zu werfen, die für die Gleichberechtigung und das Wahlrecht von Frauen kämpften.

Veranstaltungsprogramm für Steglitz-Zehlendorf "100 Jahre Frauenwahlrecht"



Führungen durch die Ausstellung, Eintritt frei

Freitag, 23. November um 17 Uhr
mit Heike Stange (Fachbereich Kultur)

Sonntag, 9. Dezember um 12 Uhr
Sonntag, 6. Januar 2019 um 12 Uhr
mit Claudia von Gélieu (Frauentouren)

Weitere Ausstellungsgespräche nach Absprache: Tel. 90299-4516. Eintritt frei


Werkstattgespräche im Atelier
Eintritt frei

Mittwoch, 21. November um 18 Uhr
1. Werkstattgespräch
Katja Koblitz, Historikerin und Kuratorin
Recherchen, Präsentation und Hintergründe der Ausstellung »Damenwahl! 100 Jahre Frauenwahlrecht« im Historischen Museum in Frankfurt am Main (2018/2019)

Mittwoch, 28. November um 18 Uhr
2. Werkstattgespräch
Sławomira Walczewska, Aktivistin und Autorin Staatsinstitutionen, Feministinnen an den Universitäten, Medien und NGOs in Polen zu 100 Jahren Frauenwahlrecht

Mittwoch, 5. Dezember um 18 Uhr
3. Werkstattgespräch
in Planung




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According to blueprint

Moira Zoitl

Eröffnung: Donnerstag 29.11.2018 um 19 Uhr

30. November 2018 bis 2. Februar 2019


Einladung zur Ausstellungseröffnung



Mit dieser Ausstellung setzt Moira Zoitl ihre Beschäftigung mit kulturellen Objekten und Verfahrensweisen fort. Wie wird und wurde mittels Kulturgütern in Europa Wissen und Geschichte erzeugt? Wie gelangte dieses Wissen hierher und von wem wurde es verbreitet? Und was verrät die Nutzung und die Herstellungsweise der Kulturgüter, wie z.B. Drucktechniken und Musterungen von Stoffen, über die Lebensweisen und Migration der Menschen? Es zeigt sich, dass sich hinter den in Holland, Deutschland oder Österreich als "traditionell" begriffenen Dekoren eine Kulturgeschichte verbirgt, die ihren Ursprung in Asien hat. Diese ist eng mit den Handelswegen und der Verbreitung von Gütern und der kolonialen Ausbeutung von Bodenressourcen und Menschen verknüpft.

Die raumgreifende Installation According to blueprint (2018) widmet sich den Ursprüngen des Blaudrucks und seiner Verbreitung in Mitteleuropa. Die Installation greift die kolonialen Ausbeutungsmechanismen auf, die in einer Fotoserie aus dem Jahr 1877 des Fotografen Oscar Mallitte festgehalten sind. Zu sehen sind die Abläufe und Arbeitsbedingungen in einer Indigo-Fabrik im indischen Allahabad. In Zusammenarbeit mit dem Performancekünstler Sajan Mani entstand eine Videoarbeit, die entlang der Fotodokumente die Herstellungsweisen des Rohstoffs Indigo und seine Nutzung für das Blaufärben in performative Handlungen übersetzt.

Die Performance, Cyanotypien (Eisenblaudrucke), Objekte und Stoffe greifen zudem Verweise auf die komplexen kulturgeschichtlichen Bezüge der Farbe Blau auf, mit der in Mitteleuropa Religiosität, Traditionalität und Heimatverbundenheit verknüpft sind.

Die Ausstellung ist eine Kooperation mit der Stadtgalerie Lehen in Salzburg. Moira Zoitl hatte zahlreiche Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen, u.a. 2017 Kunstmuseum Bonn, Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig, 2016 Steirischer Herbst Graz, 2015 KW Berlin. Sajan Mani führte Performances u.a. 2017 im Haus der Kunst München und in der Delfina Foundation in London, 2016 auf der Kampala Art Biennale und beim Kolkata International Performance Arts Festival auf.



Rahmenprogramm
29. 01. 2019, 19 Uhr
Künstlerinnengespräch und Katalogpräsentation mit Moira Zoitl und dem Kunstwissenschaftler Ludwig Seyfarth

Zur Ausstellung erscheint eine Publikation in Kooperation mit der Stadtgalerie Lehen in Salzburg.



Schwartzsche Villa / Galerie
Grunewaldstraße 55, 12165 Berlin

Mo-So 10-18 Uhr
24.-26., 31.12.2018 und 1.1.2019 geschlossen
Eintritt frei


Veranstalter: Fachbereich Kultur Steglitz-Zehlendorf
Information: 90 299 2212, christine.nippe@kultur-steglitz-zehlendorf.de
www.kultur-steglitz-zehlendorf.de


Gefördert aus Mitteln des Ausstellungsfonds für die Kommunalen Galerien der Berliner Bezirke und des Bezirkskulturfonds